Das Torwart- und Fußballportal
  TORWART.DE ONLINE-SHOP Torwarthandschuhe von adidas, Reusch, Uhlsport, NIKE, Puma, Jako, Derbystar, Sells, Selsport, McDavid, Under Armour, HO Soccer, Lotto!
torwart.de-Shop:Torwarthandschuhe, Torwartausrüstung
torwart.de-Shop:Torwarthandschuhe, Torwartausrüstung
 




Home > Archiv > 1.1 WM 2010 - Südafrika > Schliecks-WM-Kolumne > Kolumne VI

Thomas Schlieck schaut sich für torwart.de die WM aus einem besonderen Blickwinkel an...

Anteil an dem WM Erfolg: Casillas (firo)

“Casillas, Neuer und Stekelenburg Keeper der WM“

Insgesamt 24 Torwartfehler mit Torfolge konnten wir während des Turniers zählen. Im Vergleich zu den Bundesligaspielen ist das eine sehr hohe Zahl. Dabei fällt auf, dass die meisten Fehler eher von den Torhütern der schwächeren Mannschaft begannen wurden. Die Torhüter der Top-Mannschaften haben insgesamt auf konstant gutem Niveau gespielt und gehalten. Bei Uru-Keeper Fernando Muslera, der im kleinen Finale gegen die Deutschen den einen oder anderen Treffer verschuldet hatte, wechselten Licht und Schatten ab.

Casillas, Neuer und Stekelenburg sind zu den drei Toptorhütern der WM zu zählen. Diese drei Torhüter durchliefen eine gute Ausbildung und haben national und international bereits gute Leistungen gezeigt. Es überrascht daher nicht, dass sie zu den besten des Turniers zu zählen sind, obwohl man sowohl beim Holländer Maarten Stekelenburg und Manuel Neuer keine Turniererfahrung verzeichnen konnte.

Casillas hat zweifelsohne einen sehr großen Anteil am WM-Erfolg der Spanier. Mit einer starken Abwehr und einem konstanten Casillas ließ die spanische Mannschaft nur wenige Gegentreffer zu. Die deutsche Mannschaft musste im Halbfinale erfahren, wie schwer es gegen die Südeuropäer ist, gute Torchancen herauszuarbeiten. Zwar hatte Casillas nur zwei Gegentreffer zugelassen. Auf der anderen Seite schossen die Spanier auch nur insgesamt 8 Treffer.

Der Real-Torwart befand sich damit in einer besonderen Drucksituation. Ein Torwartfehler hätte auch das Aus für die Iberer bedeuten können. Umso höher sind die Bälle einzuschätzen, die Casillas im Halbfinale gegen Kroos und im Finale gegen Robben abwehren konnte, und damit seine Mannschaft vor einem Rückstand bewahren konnte.

Diese WM bestätigte die moderne Auslegung des Torwartspiels. Fußballerisch starke Torhüter, wie z.B. Manuel Neuer, hatten die meisten Ballkontakte mit dem Fuß. Zudem war klar zu erkennen, dass der Trend weg vom reinen verteidigenden Torwart hin zum aktiv agierenden Torhüter bei den meisten Torhütern angekommen ist. Viele WM-Torhüter agierten oftmals außerhalb des Strafraums, um möglichst frühzeitig in Ballbesitz zu kommen und die Situationen frühzeitig zu entschärfen. Noch gut in Erinnerung sind die weiten Abwürfe und die Torvorlage von Manuel Neuer zu Kloses’ 1:0 gegen England als er einen weiten Abstoss weit in die gegnerische Hälfte beförderte. Neben Neuer versuchten auch andere Torhüter den Ball nach Ballbesitz wieder schnell ins Spiel zu bringen, und somit auch den einen oder anderen Konter zu initiieren. Im Flankenbereich sahen wir große Unterschiede in der Qualität zwischen den stärkeren und schwächeren WM-Torhütern. Die schwächeren Torhüter machten gehäuft Fehler im Flankenbereich und hatten besonders Probleme, gedankenschnell die richtige Entscheidung zu treffen.

Man sah insgesamt sehr viele Weitschusstore, die man auf die besonderen Flugeigenschaften des Balls zurückführen kann. Die Balldiskussion hat sich allerdings nach der Vorrunde merklich abgeschwächt. Es fiel auch hier auf, dass die gut ausgebildeten Torhüter den Ball nicht als Erklärung für Gegentore herangezogen haben, sondern den WM-Ball als nicht änderbare Rahmenbedingung akzeptiert haben. In der kommenden Saison der 1. und 2. Liga werden wir einen ähnlichen Verlauf der Balldiskussion sehen.

Das deutsche Torhüterteam mit den eingesetzten Neuer und Butt und Wiese konnte erwartungsgemäß voll überzeugen und zählte zu den besten Torhüterteams. Bis auf einen Fehler gegen England spielte Neuer konstant auf sehr hohem internationalem Niveau. Oldie Jörg Butt zeigte in seinem ersten WM-Spiel in beeindruckender Weise, dass auch nach 5-wöchiger Phase ohne Spiele Verlass auf ihn ist.

Manuel Neuer ist für die kommenden Spiele die Nummer 1 im deutschen Tor. Neuer hat sich durch die gute WM diesen Vorteil erarbeitet, wenngleich er in René Adler und Tim Wiese weiterhin zwei starke Herausforderer haben wird. Für Neuer gilt daher, auch in der kommenden Saison und in den anstehenden Länderspielen weiterhin konstant auf Topniveau zu spielen, um auf lange Sicht die Nummer 1 im DFB-Tor zu bleiben.


© 1999-2012 torwart.de - Impressum
TIP A FRIEND _Seite empfehlen SITEMAP TORWART.DE _Sitemap _Druckansicht _oben