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Rainer Hausner "Hautnah" bei torwart.de

Torwart-Kolumne: Alltag Bayernliga

von Rainer Hausner (unterstützt von: Tobias Schlitzke)


Rainer Hausner

Auch dem Amateursport widmet sich torwart.de in regelmäßigen Abständen immer wieder. Ein Torwartschicksal, welches wir verfolgen, ist das von Rainer Hausner. Der Keeper spielte mit Wacker Burghausen in der U19 Junioren-Bundesliga. Mit dem Profitraum klappte es nicht ganz, dennoch ist und bleibt Hausner professionell.  

Rainer Hausner: Als ich das letzte Mal mit euch gesprochen habe, war gerade die Vorbereitung zur ersten Saison bei Erlangen-Bruck in der Bayernliga absolviert. So richtig viel zum Alltag Bayernliga konnte ich dort noch nicht sagen und was die zwei Jahre darauffolgend passieren sollte ebenfalls nicht. Rückblickend kann ich sagen, war der Schritt, weg aus Burghausen, hinein ins Studium und in die Bayernliga genau das Richtige für mich.

Ich hatte als Ziel ausgegeben bis heute mindestens zwei Jahre Herrenbereich in der Bayernliga gespielt zu haben und mittlerweile gehe ich in meine dritte Saison. Dazu kann ich sagen, dass sich der Herrenbereich  bei einem Amateurverein in großem Maße vom Jugendbereich bzw. der zweiten Mannschaft eines Proficlubs unterscheidet. Dort geht alles um die Ausbildung  junger  Spieler die an die Profimannschaft herangeführt werden sollen. Hier in der ersten Mannschaft eines Bayernligavereins zählen die nackten Ergebnisse. Was nicht heißen soll, dass hier nur rumgeholzt wird um die Punkte zu holen! In der Bayernliga findet man meiner Meinung nach für den Amateurbereich ein sehr hohes Niveau vor. Das was mir auch wichtig, da ich keinen Schritt zurück machen wollte. Hierfür fand ich es auch sehr wichtig als junger Spieler im Herrenbereich erst einmal dauerhaft Spielpraxis zu bekommen, für einen Torwart sowieso existentiell. Viele Junge schaffen es ja eben nicht, weil sie im Herrenbereich nie richtig ankommen. Hierzu gehört es sich gegen routinierte ältere Konkurrenz durchzusetzen, sich an die Härte zu gewöhnen und vor allem Konstanz zu zeigen. Im Jugendbereich werden Leistungsschwankungen eher auch mal in Kauf genommen, im Herrenbereich wird dabei gnadenlos ausgesiebt. Ebenso hat man sich einer gewissen Rangordnung unterzuordnen, vom gestandenen Spieler bis runter zum jungen Torhüter.

Akzeptanz muss man sich durch Leistung erarbeiten. In Sachen Trainingsarbeit kann ich eigentlich keine großen Unterschiede festmachen. Unser Torwarttrainer hat selbst höherklassig gespielt und arbeitet auch jetzt für die Bayernliga hochprofessionell und lässt sich immer wieder was Neues einfallen. Zudem lege ich mir selbst immer wieder Extraeinheiten auf, für die er meist Zeit hat. Trotzdem: In einer Bayernligamannschaft spielen  Leute, die entweder den ganzen Tag arbeiten oder Studenten bzw. Auszubildende.  Den Zeitaufwand den man trotz Amateurstatus betreiben muss ist enorm. Aber der Spaß den man an der ganzen Sache hat entschädigt für Vieles! In einer Herrenmannschaft hat man eben auch gestandene Typen, die einem Jungen nicht nur wichtige Tipps geben, sondern auch  eine jede Auswärtsfahrt oder Trainingslager zu einem echten Highlight machen. So muss man auch als junger neuer Spieler gewisse Einstandsrituale über sich ergehen lassen, aber das ist eben auch das was den Herrenbereich ausmacht. Ich würde mich zu jedem Zeitpunkt wieder gegen die Bank in der dritten Liga und für ein Studium und das Spielen in der Bayernliga  entscheiden!

Eine Anekdote? Naja vieles ist sicherlich nicht „veröffentlichbar“ ;) Da wir vorher bei den gestandenen Spielern waren. Ich bin vermutlich einer der schlechtesten „Eck-Spieler“ die es gibt. So habe ich es geschafft in meinem ersten Trainingslager in 10 Minuten 5 Runden zu kassieren. Am Nachmittag hat dann das Telefon im Hotelzimmer geklingelt: Die Mannschaft würde auf mich in der Lobby warten, ich müsse würfeln mit welcher Zahl die Rundenzahl multipliziert wird und als Eurobetrag in die Mannschaftskasse fließen würde. Naja ich gehe runter, würfle und die 6 bleibt oben stehen. Ich habe die Mannschaft in 3 Jahren nicht so ausflippen und grölen sehen als da.  Für 30 Euro in 10 Minuten gibt’s sicherlich Besseres ;)! Alles Gute, Euer Rainer!

 


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